"Liebe & Sex"

Vorgestellt von Dieter Vogl

Das Buch "Liebe & Sex" von Gaby Miketta und Claudia Tebel-Nagy handelt von der "Biochemie leidenschaftlicher Gefühle". Selbstredend, dass es in diesem Zusammenhang ein weites Feld behandelt. Die Autorinnen, Gabi Miketta hat Biologie und Kommunikationswissenschaften und Claudia Tebel-Nagy hat Kommunikationswissenschaften und Germanistik studiert, gehen in ihrem Buch diesem Themenkomplex sehr genau auf den Grund. Die zentrale Fragestellung des Buches ist es dabei: Warum lieben wir auf welche Weise?

"Wir geben keine Tipps", so die Autorinnen, "wie man sich einen Millionär angelt oder die ungetreue Gattin in heimische Ehebett zurücklockt. Wir wollen grundsätzliche Prozesse und Mechanismen verdeutlich. Wie entsteht ein Liebesgefühl im Gehirn? Welche Liebesmoleküle steuern unser Verhalten und unsere Empfindung in den einzelnen Phasen der Bindung?"

Die Beantwortung dieser Fragen wird in acht Hauptteilen konsequent nachgegangen. Chronologisch und detailliert erläutern die Autorinnen alle "Stadien der Verliebtheit, des Sexlebens, der langjährigen Beziehung, der unerschütterlichen Eltern-Kind-Beziehung und des Liebesverlustes. Jedes einzelne Kapitel ist in sich verständlich. Wer mehr über den Orgasmus wissen will, muss deshalb nicht vorher lesen, nach welchen Suchmustern wie einen Partner wählen. Oder wer sich dafür interessiert, warum Zärtlichkeit gesund macht, muss nicht erst auf die Suche nach dem Homo-Gen begeben. Es liegt in der Natur der Sache, dass Frischverliebte über die Chemie ihres Liebestaumels wenig wissen wollen. Sie genügen sich selbst und schwören sich ewige Treue in guten und schlechten Zeiten. Ist der erste Rausch verflogen, kehrt der Alltag ein. Mit der ersten Krise erhöht sich die Bereitschaft, nach Erklärungen für das Dilemma zu suchen. Und mit den neuen Erkenntnissen wächst, wie wir glauben, die Chance, sich selbst und seine Lieben besser zu verstehen. Liebe ist nicht nur Schicksal. Wir schließen uns der Philosophie von Sokrates an: Es gibt nur ein einziges Gut für den Menschen: das Wissen, und nur ein einziges Übel: die Unwissenheit."

Das Buch "Liebe & Sex", in dem auf die Liebesreize, Liebesmuster, Liebesmoleküle und Liebesgene ebenso eingegangen wird wie auf Liebesdrogen, Liebesverlust und Liebesheilung, trägt fraglos in allen diesen Bereichen dazu bei, dass die Unwissenheit zu einem so alltäglichen und dennoch im allgemeinen vollkommen unbekannten Phänomen ein gutes Stück beseitigt wurde. Aber dies ist letztlich auch kein Wunder, denn das Buch stellt den ersten umfassenden Versuch dar, das Phänomen der Liebe "aus der ungewohnten Sicht der Naturwissenschaften zu beleuchten".