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Die Hochkultur der Megalithzeit Besprochen von Dieter Vogl |
Mit ihrem Buch "Die Hochkultur der Megalithzeit" gehen die Autoren, Gert Meier und Hermann Zschweigert, den längst "vergessenen Zeugnissen aus Europas großer Vergangenheit" nach. Akribisch genau fügen sie in ihrem durchweg gut recherchierten Werk ein schlagkräftiges Indiz an das nächste, so daß sich letztlich aufgrund überwältigender Einzelheiten aus dieser Epoche – nahezu zwangsläufig - ein vollkommen "neues Bild der Vorgeschichte Europas" abzeichnet. Ein Bild das sich aus religions- und kulturgeschichtlicher Sicht, wohl zum Leidwesen einiger Fachgelehrter, heute ganz anders darstellt, "als wir bisher meinten". Und weil die Autoren wissen und dies auch schreiben, daß sie "wegen zu vieler offener Fragen der Vorgeschichte Alteuropas mit einem auch nur halbwegs geschlossenen Bild nicht aufwarten können", beschränken sie sich darauf, lediglich jenen Punkten auf den Grund zu gehen, von denen für jeden objektiven Betrachter deutlich sichtbar ist, daß sie falsch sind.
Streifzüge in die verschiedenen Bereiche zum Thema Megalithkultur, gepaart mit einer kritischen "Würdigung und Zusammenschau von Veröffentlichungen, [...] die, als Fachpublikationen längst verstaubt und schwer auffindbar oder als Erzeugnisse von Privatgelehrten von der Fachwelt nicht zur Kenntnis oder nicht ernst genommen, zu vermodern drohen, führen am Ende ihres überaus interessanten und mit unzähligen Fakten angefüllten Buches zu dem durchaus glaubhaften und nachvollziehbaren Schluß, daß wir uns von den bisherigen Vorstellungen, die seither unser herkömmliches Weltbild geprägt haben, verabschieden müssen, "denn ein anderes hat einen höheren Wahrscheinlichkeitsgrad".
Und mit ihrem fundierten Infragestellen des herkömmlichen Weltbildes, bündeln sie, so wie sie es im Vorwort ihres Buches ankündigen, in der Tat die Kräfte der Vordenker und führen auf hohem Niveau nahezu vernichtende Schläge gegen die liebgewordenen Vorstellungen der Fachwissenschaft von unserer europäischen Vorgeschichte.
Letztlich kommen die Autoren zu dem Schluß, eine Erkenntnis die unter anderem bereits in den Werken der Gelehrten Jean Deruelle, Georges Dumézil, Hermann Wirth oder Jürgen Spanuth angedacht wurde, daß "die These »ex oriente lux« längst widerlegt ist". Daß "die Ursprünge der menschlichen Hochkultur – die Ausdrucksfähigkeit in Sinnbildern, das Bewusstwerden des Ichs als Wesen in Zeit und Raum und die Entdeckung ihrer Gesetze und ihre Nutzbarmachung" aus dem Norden stammen und wir eigentlich von einem ex nocte lux sprechen müßten.
Und letztlich ist dies eine durchweg begründete Aussage, die vor allem deshalb zustande kommt, weil die Autoren Indizien vorlegen, die dafür sprechen, daß beispielsweise die Schrift nicht von den Phöniziern erfunden, "sondern schon von den Zweitmegalithikern in mehreren Systemen verwendet" wurde. "Die Schrift", so die Autoren" "geht jedenfalls in ihren Ursprüngen auf die Altsteinzeit zurück".
Ein anderes und nicht minder einzustufendes Indiz, welches die Autoren von einem ex nocte lux sprechen läßt, ist die Tatsache, daß "die Megalithiker eine hochentwickelte Astronomie, Geodäsie, ein Vermessungswesen, ein vom Umfang der Erde abgeleitetes System von Längenmaßen, eine hochentwickelte Mathematik und möglicherweise sogar Elektrotechnik, die in ihren Ursprüngen auf die Altsteinzeit zurückgeht", besaßen.
Ob wir wollen oder nicht, ob es die Wissenschaften nun wahrhaben wollen oder nicht, dieses Buch setzt unübersehbare Akzente für ein anderes Weltbild. Ein Weltbild das die Fundamente des herkömmlichen Denkens erschüttert und mit aller Deutlichkeit aufzeigt, daß wir unsere Wurzeln an einer anderen Stelle suchen müssen, als sie uns derzeitig angeboten wird.
Die Autoren haben uns eine Fülle von neuen Denkansätzen geboten und nun liegt es an uns diese Denkansätze objektiv und ohne den bremsenden Einfluß des wissenschaftlichen Standesdenken auszuwerten. Leider wird es, was die Autoren richtig erkennen, "den Generationen des nächsten Jahrtausends vorbehalten bleiben", "das wahre Bild der Vorgeschichte Alteuropas zu zeichnen", aber die Autoren haben mit diesem Buch auf äußerst beeindruckende Art und Weise jenen Vorhang ein gutes Stück zurück gezogen, der uns den Einblick in die Vorzeit Europas bislang verwehrt hat. Vorbehaltlos kann man sich daher den Machern diese Buches anschließen, wenn sie behaupten, daß jene, die zu den Wurzeln zurückgehen wollen, in diesem Buch den Schlüssel zur europäischen Vorgeschichte finden.
Autor: G. Meier / H. Zschweigert
Seiten: 511
Verlag: Grabert
ISBN: 3-87847-159-8