Als das Mittelmeer trocken war

Besprochen von Dieter Vogl

Mit dem Buch "Als das Mittelmeer trocken war" hat uns sein Autor, der Zoologe Francois de Sarre, eine These vorgelegt, die nicht im Einklang mit der derzeitigen wissenschaftlichen Meinung steht. In seinem Buch, in dem er sich vor allem auf tiergeographische Aspekte beruft, geht er davon aus, "dass die Landverbindung zwischen Gibraltar und Marokko erst vor wenigen tausend Jahren entstand". Und er postuliert, dass "die Landschaft des Mittelmeerraumes durch wiederholte Einschläge von Himmelskörpern nachhaltig geprägt" wurde.

Das Buch ist in zwei Bereiche gegliedert: Teil A befasst sich mit tiergeographischen Befunden und ihre Bedeutung zur Historie der Europa-Nordafrika-Beziehung und Teil B mit kulturellen Aspekten und Hypothesen zu einer ehemaligen atlantisch-mediterranen Zivilisation. In vielerlei Hinsicht ist die mit diesen Punkten einhergehende These des Verfassers recht gut nachzuvollziehen und sie vermittelt uns tatsächlich den Eindruck, dass die Frühgeschichte der Menschheit ganz anders verlaufen ist, als es uns die renommierte Schulwissenschaft derzeitig vermitteln möchte.

Ob nun die These des Verfassers richtig ist oder nicht, vermag der Rezensent nicht zu beurteilen, aber dass wir eine neue Sichtweise von der menschlichen Vergangenheit dringend benötigen, steht für ihn außer Frage. Das Buch von Francoise de Sarre ist ein wichtiger Schritt zum Umdenken und dabei ist es vollkommen belanglos, ob die Thesen des Verfassers nun richtig oder falsch sind. Wichtig ist, dass es in der Lage ist, den Finger in eine offene Wunde zu legen, an deren Auswirkungen die Wissenschaft schon seit langer Zeit kränkelt.