Alphabet des Lebens

Besprochen von Dieter Vogl

Mit dem Buch "Alphabet des Lebens" vermittelt uns der Autor, der britische Zoologe und Sozialwissenschaftler Matt Ridley, eine äußerst spannende Geschichte vom menschlichen Genom. Über 23 Kapitel, von denen jedes einem Gen der 23 Chromosomenpaare gewidmet ist, führt uns das Buch, so der Verlagstext, auf eine faszinierende Reise durch unsere jahrmillionenalte Vergangenheit und in eine spannende, wenn auch nicht unumstrittene Zukunft der Genforschung. Und in der Tat stellt das Buch einen übersichtlichen, kritischen und vergnüglichen Kompass für all diejenigen dar, die nicht an der Schwelle zum neuen Jahrtausend zurückbleiben wollen.

"Mit jedem der 23 Kapitel dieses Buches erzählt Matt Ridley die spannende Geschichte eines der neu entdeckten Gene, die in ihrer Gesamtheit wiederum die jahrmillionenalte Geschichte der Menschheit von den Anfängen bis hin zu den Möglichkeiten der modernen Medizin widerspiegeln."

Der Autor beschreibt Gene, die wir gemeinsam mit Bakterien haben. Er berichtet über Gene, die uns vom Schimpansen unterscheiden. Informiert uns über Gene, die uns zu unheilbaren Krankheiten verdammen und er beschreibt jene Gene, die sich gegenseitig bekämpfen. Kurzum: Matt Ridley erkundet das gesamte Spektrum der Genforschung, von den Krankheitsbildern bis zu den Möglichkeiten ihrer Behandlung. Und der Autor scheut sich auch nicht, vor dem Missbrauch dieser neuen Technik zu warnen.

Man ist in vielerlei Hinsicht geneigt dem "Observer" zu folgen, der dass Buch von Matt Ridley als "das beste populärwissenschaftliche Buch des Jahres" 1999 bezeichnet, denn der Autor navigiert und bestens, so formuliert es ganz treffen der Rezensent vom "The Sunday Telegraph", durch die biologischen und philosophischen Gewässer.

Im ersten Moment erscheint dieser Anspruch des Buches sehr hoch gegriffen zu sein, aber wenn es ein Buch schafft, einen Leser von Anfang bis Ende so zu fesseln das er es auf einen "Sitz" durchliest, dann wird es alledem gerecht, was ein Leser mit einem solchen Anspruch verbindet. Und möchte man letztlich als Rezensent auf alle Vorzüge dieses Buches eingehen, dann müsste man es von Anfang bis Ende so wiedergeben, wie es der Autor verfasste, denn auf jeder Seite hat der Leser quasi ein Aha-Erlebnis.

Besonders hervorzuheben erscheint es dem Rezensenten, dass das Buch ein Literaturverzeichnis hat, welches den Leser über den neusten Stand auf dem Gebiet der Genetik und Molekularbiologie informiert. Dabei wählt der Autor recht geschickt jene Bücher aus dem gewaltigen Umfang der in diesem Fachbereich derzeitig vorhandenen Literatur aus, die grundlegende Erkenntnisse vermitteln. Ein wichtiger Aspekt, weil in der Tat, so wie es der Autor schreibt, jedes Buch, jeder Artikel und jede Fachveröffentlichung bereits nach ihrer Veröffentlichung aktualisiert werden muss.

Das Buch von Matt Ridley gehört nicht zu jenen Bücher die veralten, denn es behandelt unter anderem Erkenntnisse aus der Genom-Forschung, die aufgrund ihrer Allgemeingültigkeit stets aktuell bleiben. Ein weiterer Grund, warum dieses Buch so empfehlenswert ist der, dass es für jeden Menschen verständlich ist. Es kommt ganz ohne das wissenschaftliche Spezialkauderwelsch aus und wird dadurch sogar für den ausgesprochenen Laien zum anregenden Leseerlebnis.