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Ufologie: Absturz in die Mythenbildung?
Von
Eberhard Schneider
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Wer sich auf das UFO- Thema
einlässt, muss mit Widrigkeiten rechnen. Populäre Galionsfiguren der Ufologie
erweisen sich bei genauerem Hinsehen als abgedrehte Spinner oder skrupellose
Geschäftemacher. Akademische Sachverständige betonen ihren wissenschaftlichen
Anspruch und lassen sich von halbwüchsigen Schlitzohren mit einfachsten
Trickfotos hinters Licht führen. Passionierte Skeptiker demontieren gekonnt
einen um den anderen Beweisfall und greifen, wenn sie nicht weiter wissen, zu
Pseudo- Erklärungen, die noch unglaublicher sind als die gemeldeten Phänomene.
Und überall schlagen die Konjunkteure des Obskuren aufeinander ein: "Alles
Ausgeburten überhitzter Science Fiction-Phantasie!" "Welche Ignoranz!
Es sind unsere vegetarischen Sternenbrüder mit magisch anmutender
Super-Technologie." "Unsinn! parasitäre Dämonen, die von
Ausstrahlungen menschlichen Leids leben und deshalb weltweit Konflikte schüren."
"Falsch! Psychogene Schimären, denen wir erst durch unseren Glauben zu
eigener Realität verhelfen." "Ach was! Seien wir doch einmal
wissenschaftlich: Es sind piezoelektrische Plasmawirbel, die aus geologischen
Druckzonen austreten - z.B. bei Erdbeben -, mit Schaltkreisen im menschlichen
Gehirn interagieren und Trugbilder auslösen." "Völlig daneben! Es
sind höhere Energiewesen aus der feinstofflichen Astralebene, die sich durch
Absenkung ihrer Vibrationsfrequenz in unserer Welt manifestieren."
"Nein! Zeitreisende, die unsere Zukunft kennen und den irdischen Zoo als
Experimentierlabor für eine neue Schöpfung nach der großen Katastrophe
benutzen." "Nein! Luftgeister und Kobolde aus dem Feenreich, die aus tückischer
Freude Verwirrung stiften." "Quatsch! Polymorphe Dimensionspendler aus
parallelen Existenzebenen, deren tatsächliche Gestalt und Motivation naturgemäß
unerfindlich bleiben müssen." "Auch nicht. Es sind paranoide
Psycho-Kondensate aus der Imago-ZwischenweIt, die durch Überstülpen visionärer
Wahrnehmungssphären eine Verbindung zu höheren Ebenen vorgaukeln, aber in
Wahrheit unsere Rationalität ausschalten, so dass letztlich alle Erklärungsversuche
durch unbewusste Eigentäuschungen manipuliert sind."
"Psychopathologischer Mumpitz! Es handelt sich ganz einfach um die im 3.
Reich von Schriever, Habermohl, Miethe und Belluzzo entwickelten Flugscheiben,
von den Amerikanern geklaut und auf dem Testgelände ,Area 51' in Nevada
weiterentwickelt. Alles davor waren Fehlinterpretationen natürlicher Phänomene,
das heutige UFO-Phänomen fußt im wesentlichen auf genialer Technologie
ehemaliger Nazi- Ingenieure und ist noch geheimer als Cosmic Top Secret."
"Nur teilweise richtig. Die Amerikaner haben gar nichts da- mit zu tun,
aber es gibt geheime Nazi- UFO-Basen in der Antarktis, und von dort aus wird
auch das 4. Reich seinen Siegeszug antreten..." etc. , etc...
Erlesene Merkwürdigkeiten der dritten Art finden sich auch auf den sogenannten
" Weltkongressen" mit ihren jeweils neuesten sensationellen Enthüllun-
gen. Fachleute schwadronieren über ab- gestürzte UFOs und eingemachte Aliens,
ohne auch nur den Krümel einer fliegen- den Untertasse vorlegen zu können -
Begründung: Damit würden sie ihre geheimen Quellen kompromittieren und in
Lebensgefahr bringen; Fotos und Filme, die längst als Fälschungen entlarvt
wurden oder lediglich Verschwommenes ohne jeden Aussagewert zeigen, werden der
knopfäugig fiebernden Gemeinde dreist als "Beweismaterial" verkauft;
unter den Referenten tummeln sich inkarnierte außerirdische Seelen, die mangels
handfester Argumente abgehobenste esoterische Plattheiten verkünden; verklärt
lächelnde "Sternenkinder" tragen Kupferdrahtpyramiden auf dem Kopf,
um die geistige Aufnahme kosmischer Schwingungen zu intensivieren; andere outen
sich als Abgesandte des galaktischen Ashtar-Kommandos mit Millionen von
Raumschiffen im Hintergrund; betagte Mütterchen, für die ein Lichtschalter
voller unergründlicher Rätsel steckt, schwingen empört den Krückstock, wenn
jemand die höhere Vibration der fünften Dimension in Frage stellt. Fakten und
Fiktionen, Historie und Hysterie, Bekanntheiten und Beklopptheiten wirbeln
durcheinander, und niemand verletzt die ufologische Etikette mit der einfachen
Frage: Stimmt denn das überhaupt? Niemand will sich die euphorische Stimmung
oder die guten Geschäfte durch den Ein- wand verderben lassen, dass Anhäufun-
gen mythologischen Plunders nicht den Mythos selbst erhellen, sondern den Blick
verstellen.
Eine Widrigkeit mit umgekehrten Vorzeichnen ist die unreflektierte Abwehrhaltung
vieler Mitmenschen gegenüber dem Stichwort "UFO". Wer vom Urteil
anderer unabhängig ist, möge ein kleines Experiment wagen und in einer
konventionellen Bekanntenrunde erklären, dass er sich mit UFOs beschäftigt.
Die Mehrheit der Anwesenden wird belustigt oder be- fremdet zu verstehen geben,
dass der UFO-Interessent soeben eine gesellschaftliche Selbstverstümmelung
begangen hat; man kann ihn nicht mehr recht ernst nehmen, er ist fortan
"der mit der UFO-Macke". Das Experiment lässt sich fortsetzen mit dem
Hinweis auf eine persönliche Sichtung oder gar Alien-Begegnung. Die Reaktion
der Zuhörer macht klar, dass der Erzähler sich nunmehr end- gültig ins
Abseits katapultiert hat, mit einem Verrückten will man nichts zu tun haben.
Das Verhalten kann von spießiger Entrüstung bis zu regelrechter aggressiver
Anfeindung gehen und zeigt sehr schnell die von fachlich Unbedarften gedankenlos
betriebene Irrationalität: Verwirr mich nicht mit Tatsachen, ich weiß genau,
was ich glauben will und was nicht!
Wer sich etwas in der Psychologie aus- kennt, kann diese Haltung durchaus er- klären:
Der Begriff "UFO" ist im Bewusstsein der Öffentlichkeit vorwiegend
mit der außerirdischen Hypothese und daher mit gedanklichen Perspektiven
assoziiert, die besser nicht zu Ende gedacht werden, weil die Vorstellung eines
von fortgeschrittenen Intelligenzen belebten Weltalls letztlich zur Aufgabe des
anheimelnden homozentrischen Weltbildes führen muss. Die damit verbundene
Verunsicherung des Selbstbewusstseins wird von vielen schon am Anfang der
Gedankenkette unbewusst erahnt, so dass jede Beschäftigung mit den gedanklichen
Konsequenzen einer etwaigen UFO-Realität als Bedrohung des Eigenwerts empfunden
wird, die am besten durch eine Ungleichmachung der Kommunikations- ebenen zu
umgehen ist: Die Betreffen- den wechseln auf eine Ebene über, auf der sie für
unbehagliche, weil Verunsicherung signalisierende, Denkanstöße nicht mehr
erreichbar sind. Von diesem neuen Bezugsrahmen aus lässt sich gut kämpfen,
entweder mit dem leidenschaftlichen Zorn gerechter Empörung oder, was fast
einer Übersprungshandlung im Tierreich gleichkommt, mit dem belustig- ten bis
verächtlichen Lächeln des über den Dingen Stehenden. In beiden Fällen tragen
die Reaktionen eindeutig feindselige Züge und zeugen damit von einem unverhältnismäßigem
emotionalen Engagement, das Äußerungen herkömmlicherer Art selten
entgegengebracht wird.
Aufgrund dieser überall
anzutreffenden a priori Ablehnung werden ufologisch Vereinnahmte nicht selten
seelisch Vereinsamte, die am engen Horizont der breiten Masse verzweifeln. Autor
John A. Keel warnt, die UFO-Thematik gleiche emotionalem Treibsand: Je weiter
man vordringe, um so größer werde die Gefahr des Einsinkens in ideologische
Denkmuster und psychische Isolation. Gesellschaftskritiker Botho Strauß:
"Der Abgesonderte ist immer und ständig von den Gewalten des Blödsinns
umgeben."
Durchgeknallte
Enthusiasten, blauäugige Akademiker und ausgebuffte UFO- Päpste; hingerissene
Augenzeugen, die den Kontakt zum Realismus verlieren und dogmatische Realisten,
die selbst Fremdartigstes mit Trivialem erklären - diese und weitere Symbionten
umkreisen einander im närrischen Reigen der Ufologie, und jeder behauptet von
sich, im Besitz der Wahrheit zu sein. Die Wahrheit ist, dass es sich mit
UFO-Erkenntnissen wie mit Diätplänen verhält: Seit Jahren gibt es immer
wieder den neuesten erfolgreichen Durchbruch, der dann kurz dar- auf von noch
aktuelleren Erfolgsrezepten abgelöst wird - was nichts weiter be- deutet, als
dass keine der gewonnenen Einsichten das Ei des Kolumbus darstellt. So räumen
denn auch einige Ufologen mittlerweile ein, dass nach zigtausenden von
Untersuchungen und entsprechend vielen Bildern und Vorträgen Ursprung und Natur
von UFO-Erscheinungen immer noch völlig rätselhaft sind -woge- gen natürlich
Skeptiker heftig protestieren, weil nach ihrer Ansicht nur zu lasch recherchiert
wurde, um den banalen Charakter des angeblich Rätselhaften aufzudecken.
Whitley Strieber stellt in seinem vier- ten Buch über persönliche
Alien-Erfahrungen, " THE SECRET SCHOOL ", resignierend fest:
"Irgend etwas oder irgend jemand ist dort draußen, aber mehr lässt sich
nicht mit Sicherheit sagen." Der großformatige, 590 Seiten starke Bericht
über die 1992 am MIT, Cambridge, abgehaltene Mammutkonferenz zum Thema UFO-Entführungen
gelangt nach vielfältigen Recherchen, Analysen und Betrachtungen zur gleichen
unschlüssigen Quintessenz: " Was immer Entführungen auch sein mögen, sie
beugen sich nicht leicht eindimensionalen psychologischen und soziokulturellen
Theorien. Entführungen sind ein echtes Geheimnis." SF- Autor Ian Watson
schreibt in seinem durch philosophischen Tiefgang brillierenden UFO-Roman "MIRACLE
VISITORS": "Vielleicht gibt es Vorgänge, die aus ihrer Natur heraus
unseren Verstand übersteigen. Wenn ja, haben wir keine Möglichkeit, über sie
zu sprechen, ohne dabei Unsinn zu produzieren. " DANN ABER SIND ALLE
UFO-DEUTUNGEN TRÜGERISCHE MYTHEN!
Es scheint der menschlichen Natur zu widerstreben, sich mit Schlussfolgerungen
dieser Art abzufinden. Johannes Fiebag zum Beispiel ist einer der wenigen
bekannten Autoren, die über den üblichen ufologischen Tellerrand
hinauszuschauen versuchen. Er verneint die Annahme, "dass es sich bei UFOs
einfach nur um Raumschiffe handelt, die von fernen Sternen kommen";
vielmehr stelle das Phänomen eine "selektive unmittelbare Rückkoppelung
mit der Psyche des Zeugen" her, und "diese Erlebnisse erstrecken sich
in Räume, die zum größten Teil bereits jenseits dessen liegen, was für uns
als Wirklichkeit gilt".
In der Tat kühne Gedanken, die den der Astronauten-Legenden überdrüssigen
Leser aufhorchen lassen. Gleichzeitig aber kann Fiebag nicht sein Schwanken
zwischen Ratlosigkeit und Offenbarungshoffnung verhehlen: "Das Phänomen
besteht zu einem großen Teil aus Täuschung... Immer, wenn man glaubt, konkret
zugreifen zu können, lösen sich die Elemente auf und verschwinden spurlos
zwischen den groben Maschen eines Netzes, dessen einzelne Fäden, wie es
scheint, nur gesponnen werden, damit wir uns, orientierungslos geworden, darin
verfangen können."
In direktem Widerspruch hierzu äußert er den in der UFO-Szene verbreiteten
Glauben, die höheren Mächte würden uns früher oder später direkten Kontakt
und Kommunikation anbieten: " Wir leben in der kritischsten Phase unserer
Entwicklung. Haben wir sie einmal überwunden, dann, so bin ich sicher, werden
auch die Anderen sich uns offenbaren: nicht mehr nur in unseren Träumen, nicht
mehr nur, in dem sie Menschen 'entführen' und 'Experimente' an ihnen vornehmen.
All dies sind letztlich nur Bilder, all das dient der Vorbereitung, unserer
Vorbereitung auf den Kontakt... die Sternentore öffnen sich..."
Damit nähert sich Fiebag, nachdem er vorher in vielen Passagen seine Einsicht
in das naturgegebene menschliche Unverständnis dokumentiert hat (z.B. "...
es macht für uns jeden Ansatz zunichte, die Motivation, Handlungsfelder und Möglichkeiten
dieser fremden Intelligenz zu erkennen."), letztlich doch wieder der
sattsam bekannten anthropozentrischen Wunschvorstellung von der erlösenden
Aufnahme des geläuterten Homo Sapiens in die Kosmische Konföderation - edel
sind die Aliens, hilfreich und gut.
Die Nutzlosigkeit dieser ich-bezogenen Erwartungshaltung hat der französische
Forscher Aimé Michel anhand einer Analogie dargelegt, in der sein Schäferhund
Dick ebenfalls die Erwartung hegt, intelligenten Kontakt mit höheren Wesen
aufnehmen zu können:
"Alle Spekulationen über die Art der Kommunikation zwischen
Superintelligenzen und über Versuche, derlei Kommunikation zu entdecken,
erinnern mich an eine frühere Version von Projekt Ozma, das bekanntermaßen
gescheitert ist. Ich nenne das Unternehmen nach seinem Urheber Projekt Dick. Im
Alter von fünfzehn Jahren sah ich mit meinen eigenen Augen, wie das Projekt
erdacht und entwickelt wurde, und ich sah es in der gleichen Weise scheitern,
und wahrscheinlich aus den gleichen Gründen, wie später Projekt Ozma
scheiterte. Dick war ein gewaltiger, wilder deutscher Schäferhund, der sich um
die Kühe meines Vaters kümmerte. Er kannte eine Methode der Kommunikation, die
er bis zur Perfektion ausgebaut hatte. Sie bestand auf der Übermittlerseite
darin, höchst geschickt in tausenderlei Weise zu pinkeln. In der Empfängerrolle
konnte er die Botschaften in den Emissionen seiner Kollegen mit virtuoser
Fehlerlosigkeit er- schnüffeln. Seine Pinkeleien waren be- schützend,
aggressiv, wohlwollend, be- sitzergreifend, verträumt, nachdenklich, verächtlich,
ausweichend, zweifelnd und gebieterisch. Er hatte eine Pinkelei für jede
Situation. Umgekehrt konnte er durch eine einzige Prüfung mit seinem Nasenradar
alle geistigen Vorstellungen erfassen, die von den Hunden der Nachbarschaft in
seinen intellektuellen Bezugsrahmen eingebracht worden waren.
Diese Kommunikationsmethode
versagte nie - bis ihr Benutzer des problematischen Sachverhalts gewahr wurde,
dass in seinem Lebensbereich auch andere, nicht-hündische Intelligenzen
existierten. Eines Tages war ich auf einer Wiese in ein Gespräch mit einem
vornehmen Herrn vertieft, der später Mitglied der Pariser Medizinischen
Akademie werden sollte. Dick kam zu uns, setzte sich da- neben, sah uns lange
und tiefsinnig an, und plötzlich hatte er seine Projekt Ozma-Erleuchtung. Ich
tue ihm sicher kein Unrecht, wenn ich ihm folgende Gedanken zuschreibe:
'Diese beiden lebendigen Phänomene
gehorchen einfachen physikalischen Gesetzen. Wenn ich die Kühe zur Weide
bringe, macht das kleinere Phänomen dieses, jenes und solches. Ich kann es nach
meinem Willen manipulieren, in- dem ich in ihm durch mein Verhalten bestimmte
Reaktionen auslöse. Das andere, größere Phänomen habe ich noch nicht
studiert, aber da es gleich aussieht, sollte es kein Problem darstellen. Ich
muss herausfinden, ob sie sich wie Hunde ver- halten. In diesem Moment geben sie
Stimmengeräusche von sich, die Spezialisten wohlbekannt sind. Ich nehme an,
dass die beiden miteinander kommunizieren. Aber es ist natürlich nicht die
richtige Art und Weise, in der man miteinan- der kommuniziert. Also will ich
einmal erforschen, ob sie tatsächlich zu richtiger Kommunikation fähig sind.
Wenn ich die Windgeschwindigkeit berechne, mit der Gerüche weitergetragen
werden, ebenso die Höhe der Objekte, die ihre Nasen sein könnten, wenn ich
auch noch ihren spezifischen Eigengeruch mit be- rücksichtige sowie das
Spektrum der chemischen Moleküle durch die Lufttemperatur, dann müsste mein
Experiment recht einfach durchzuführen sein. ,
Daraufhin nahm Dick sein Projekt in Angriff, das, wie ich schon sagte, ein
Fehlschlag war - wiewohl ich, von der selben wissenschaftlichen Neugier
inspiriert wie mein Hund, die weitere Entwicklung ohne zu intervenieren
aufmerksam beobachtete. Nachdem Dick zuerst an die rechte Wade des zukünftigen
Akademikers gepinkelt hatte, ohne eine nach seiner Auffassung angemessene
Antwort zu erhalten, pinkelte er mit der gleichen gewissenhaften Sorgfalt an die
linke Wade, auch ohne Ergebnis, und ging schließlich schwer enttäuscht weg.
Unfairerweise bestritt der Herr, mit dem ich mich unterhalten hatte, jeglichen
Wert des Experiments und verabschiedete sich ebenfalls - und das, obwohl er
Wissenschaftler war."
Aimé Michels
Analogieschluss lautet: "Das für uns unergründliche Moment in der
Ufologie ist das Bewusstsein - wenn man es denn als solches bezeichnen kann -,
das hinter dem Phänomen verborgen liegt. Unsere Forschung muss daher unter
allen Umständen vermeiden, Hypothesen über die Natur dieses Bewusstseins
aufzustellen. Ich bin überzeugt, dass wir uns immer noch von einer Unzahl
implizierter Hypothesen blenden lassen, während sich schon längst relevante
Fakten manifestieren, die wir nicht wahrnehmen. Solange wir dies außer acht
lassen, sind wir unseren eigenen wunderlichen Ideen aufgesessen." Wir
suchen Kontakt zu anderen Intelligenzen und durchforschen das All mit unseren
High-Tech-Methoden, aber in Wahrheit "pinkeln wir nur zwischen den Sternen
umher mit der gleichen stümperhaften Naivität wie mein Hund Dick."
Damit erweisen sich einmal
mehr alle erwartungsfrohen Verlautbarungen "hochkarätiger
UFO-Experten" über bevorstehende offizielle Kontakte als illusorisch.
Sollten die Skeptiker recht haben und Alien-Phänomene unserem eigenen
Bewusstsein entspringen, könnten wir bestenfalls auf neue Erkenntnisse über
bis dato unerkannte Fähigkeiten des menschlichen Geistes hoffen. Sollten die
Vertreter des Szenarios fremder Intelligenzformen recht haben, wären
Spekulationen über deren Geneigtheit zur Kommunikation mit unserer Rasse eitle
Selbstbespiegelungen menschlicher Befindlichkeiten; und jede Kategorisierung wie
"außerirdisch", "interdimensional" usw. wäre Ausdruck
unseres nur vorübergehend gültigen, weil kulturell gebundenen,
Vorstellungsrahmens, d.h. unserer Unwissenheit. Zeit für einen Krimi!
(Die Fiebag-Zitate sind
seinen Büchern "Kontakt" und "Sternentore" entnommen, der
im Original sehr umfangreiche Artikel von Aimé Michel erschien in Flying Saucer
Review, London, Januar/Februar 1972.)
Quellen:
Fiebag, Johannes:
-Kontakt; Verlag Langen Müller,
München 1994
-Sternentore;
Verlag Langen Müller, München 1996