|
Wie häufig sind Impakte von Prof. Dr. Peter H. Richter
Die allermeisten Forscher sind sich heute wohl einig, daß die Dinosaurier und mit ihnen ein großer Teil aller damals lebenden Spezies vor 65 Millionen Jahren durch einen Meteoreinschlag am Rande der Halbinsel Yucatan und dessen Folgen ausgelöscht wurden. Nichts kann derzeit verhindern, daß so etwas wieder mal passiert. Die Wahrscheinlichkeit dafür wurde durch Olbers richtig abgeschätzt. Das Skywatch-Programm zielt immerhin darauf ab, mindestens Jahre vorher Kenntnis davon zu erhalten. Welche Chance wir dann hätten, wenigstens einige höheres Leben auf der Erde zu retten, wage ich nicht zu beurteilen. Aber was heißt "höher"? Die Überlebensstrategien der diversen Pflanzen- und Tierspezies sind so vielfältig, daß alles sehr von den Details der Ereignisse abhängt. Eine Verlagerung der Erdachse ist im Prinzip möglich und hat in der Vergangenheit sicher immer mal wieder stattgefunden, sowohl relativ zum Erdkörper als auch im Raum, also relativ zur Ekliptik. Quantitativ hängt der Effekt von den relativen Impulsen bzw. Drehimpulsen ab; es gelten die Gesetze des Stoßes, vor allem die Impulserhaltung. Es müßte schon ein gewaltiger Stoß stattfinden, um so etwas zu bewirken, wie es wohl mal auf der Venus stattfand, die ja entgegen dem allgemeinen Planeten üblichen Drehsinn rotiert. Man sollte daran denken, daß derartige Ereignisse in früherer Zeit häufiger waren; mittlerweile ist das Sonnensystem von umherirrenden Körpern doch vergleichsweise leergefegt. Besonders Jupiter ist ein effektiver Schutz, da er mit seiner Masse allerlei abfängt, was uns bedrohen könnte. |
|