Vortrag zur Weltkonferenz 1999 der Forschungsgesellschaft A.A.S. in Gelsenkirchen/Deutschland:
Der Damm der Dogmen bricht
von Peter Kaschel
Meine Damen und Herren, Ziel meines Vortrages ist es, Sie - falls überhaupt noch notwendig - wachzurütteln, um Sie aus tradierten, verkrusteten und erstarrten Normen ausbrechen zu lassen. Ich will, daß Sie sich der Fesseln entledigen, die uns von Generation zu Generation durch die unterschiedlichsten Vertreter differierender Dogmen angelegt werden.
Mein Wunsch ist es, daß Sie nach zwei Tagen hochkarätiger Vorträge (meiner also ausgeschlossen) nicht nur mit einem Aha-Erlebnis nach Hause fahren, sondern den Mut haben, sich etwaigen Diskussionen aktiv zu stellen, damit die breite, vielleicht unkritische Öffentlichkeit endlich aus ihrem valium-ähnlichen Dornröschenschlaf erwacht. Meine Ausführungen sind aufgrund der Thematik subjektiv gefärbt und mögen wegen der zuweilen vorhandenen Schärfe nicht jedem gefallen.
Verehrte Teilnehmer dieser Weltkonferenz, liebe Freunde der Forschungsgesellschaft Archäologie, Astronautik und SETI, Vertreter der Medien, vor allem aber - sollten sich ein oder zwei hierher verirrt haben - liebe Lehrerinnen und Lehrer!
Mein Vortrag lautet: "Der Damm der Dogmen bricht allmählich / Wissenschaftsgläubigkeit contra Paläo-SETI".
Sollten Sie den Eindruck gewinnen, meine Überlegungen seien ein Seitenhieb oder gar Frontalangriff gegen einige einseitig und elitär denkende Menschen, Berufsgruppen und Wissenschaften, dann haben Sie recht!
"Sagenhafte Zeiten" liegen im Dunkel der Vergangenheit hinter uns, stehen uns aber gewiß auch noch bevor. Wir stehen vor der Zeitenwende - zwischen zwei Jahrzehnten, zwei Jahrhunderten und zwei Jahrtausenden.
Ob es eine Gnade ist, diese Epoche miterleben zu dürfen beispielsweise angesichts faszinierender Errungenschaften, oder eine Strafe, sie miterleben zu müssen eingedenk unseres dahinsiechenden, vergammelnden Planeten, an dessen Schicksal wir mit masochistischer Freude mitwirken, das ist Ansichtssache. Aufregend ist diese Epoche in jedem Falle.
Technologisch greifen wir nach den Sternen....
....Pädagogisch stürzen wir in den Keller des tiefsten Mittelalters, wo sich noch viele andere Mitglieder unserer Spezies gar munter tummeln.
Philosophisch - ich greife einmal den Gedanken der Toleranz auf, die der Aufklärer Lessing so wunderschön in seinem Werk "Nathan der Weise" postulierte - treten wir bestenfalls auf der Stelle.
Wenn es um die Akzeptanz der Paläo-SETI-Thematik in der Gesellschaft geht, feiern Inquisition in Form von Verteufelung, Zensur oder Tabuisierung sowie blinde Dogmatik in Form von vermeintlich allwissenden Gelehrten blühende Auferstehung! Es würde Tage, bzw. Bücher füllen, hierfür Belege zu nennen!
Wenn Prä-Astronautik-Forscher mit revolutionär anmutenden Ideen, neuen Indizien – nur Indizien, aber immerhin - an die Öffentlichkeit treten, dann haben neunmalkluge Spötter, gerade aus Akademikerkreisen, Hochkonjunktur, wobei verschiedene Zünfte, auf die näher einzugehen sein wird, sich auffallend hervortun.
Es war schon immer etwas störend, eine besondere Idee zu haben. Beispiel: Irgend jemand, noch nicht einmal ein professioneller Archäologe, kommt dahergelaufen, nimmt ominöserweise Homers Gesänge beim Wort, buddelt Troja aus und kippt damit ein seit zweitausend Jahren bestehendes Weltbild. Ich frage Sie: Ist das fair?! Mußte Schliemann unbedingt schlafende Hunde wecken?
Zurück zu meinem einleitenden Gedanken: Vielleicht kann man diesem negativ vorbelasteten Aspekt - zurück in die Vergangenheit - auch etwas Positives abgewinnen, indem man so das Phänomen der Zeitreisen erklärt: vom fast 21. Jahrhundert zurück in die mittelalterliche Scholastik. Wenn die Ewiggestrigen wenigstens dablieben. Aber nein, sie tauchen physisch immer wieder in der Gegenwart auf.!
Nach meiner bescheidenen persönlichen Auffassung - und nur die gilt es hier vorzutragen - sind wir noch tief verwurzelt im Mittelalter; diese im Nebel der Vergangenheit versunkene Epoche erlebt eine Renaissance ohnegleichen - mit allen Begleiterscheinungen der damaligen Zeit: Gut lebt, wer unkritisch glaubt. Erfolgreich ist, wer Unbequemlichkeiten ausweicht. Anerkannt wird, wer mit den Wölfen heult. Daran hat sich in den letzten 500 bis 1000 Jahren nichts geändert! Im Grunde genommen begleitet diese Mentalität die Geschichte der Menschheit!!!
Innovationen zu wagen, die mehr sind als heuchlerische Halbherzigheit, die mehr sind als hohlphrasige Lippenbekenntnisse, ist anrüchig, ist häufig verdächtig - interessanterweise übrigens auch und besonders im Lehrerberuf. Wo kämen wir denn auch hin, wenn jeder Lehrer das sagen dürfte, was er denkt? Mentale Anarchie wäre die Folge!!
Vielleicht ist es gerade die Enttäuschung über meine eigene Ohnmacht, die mich seit nunmehr drei Jahrzehnten aufbegehren lässt - gegen das fatalerweise von sich selbst so überzeugte Schulestablishment, wo Selbstgefälligkeit und Selbstbeweihräucherung in wunderschöner Harmonie zusammengefunden haben! Doch warum ängstigt sich die Gesellschaft, im engeren Sinne Teile der Wissenschaft, die "scientific community", vor Neuem überhaupt?
Zum einen hat man Angst vor der eigenen Mündigkeit. Das trifft um so deutlicher zu, je mehr jemand oder beispielsweise. "die Wissenschaft" im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht.
Zum zweiten - nicht minder gravierend - würde Gelehrten, Professoren und Lehrern der Boden der Macht unter ihren Füßen weggezogen werden: "absolute control over the minds of students"[1] nennt Michael Cremo dieses simpel zu handhabende und psychologisch relevante Phänomen. Der Erhalt bestehender Denk- und Machtstrukturen ist vorrangig, das ist in Teilen der Wissenschaft genauso wie in der Politik.
In seinem Werk "Beweise für das Unglaubliche" bringt Ueli Dopatka den gesamten Angstkomplex dankenswerterweise auf den Punkt: Er sagt: "Warum diese Abwehrhaltung? Als Wissenschaftler, Lehrer, Erzieher kann man nur schwer zugeben, an Tatsachen vorbeidoziert zu haben"[2].
Und letzteres tut man ständig - seit Jahrhunderten, wie Einbrüche und Eingeständnisse in jedweder Wissenschaft immer und immer wieder zeigen!
Da wird mir von Ägyptologie-Studenten, Hobby-Forschern, selbsternannten oder tatsächlichen Historikern, die sich wegen ihres Status - sie sind ja so belesen - mir haushoch überlegen fühlen, gesagt, daß sie sich gerade aufgrund ihres riesigen Quellenstudiums von der Prä-Astronautik endgültig losgesagt haben. Okay! Akzeptiert! Ohne Wenn und Aber!
Ich ging den umgekehrten Weg. Ich lese seit meinem 12. Lebensjahr Fachbücher und populärwissenschaftliche Werke der Archäologie und habe mich gerade deshalb der Paläo-SETI-Hypothese zugewandt. Punkt. Aus. Und das siebzehn Jahre, bevor überhaupt der Begriff der A.A.S. geprägt worden war.
Das Streben der Wissenschaften nach Erkenntnissen, nach Wahrheit darf nicht in Disqualifizierung oder Diskriminierung von Forscherdrang münden, der ihnen nicht genehm ist. Und gerade hier verkörpern zumindest Teile traditionalistischer Wissenschaften Intoleranz par excellence. Vorgestrige, engstirnige Einseitigkeit in jedem Wissenschaftssektor hemmt nicht nur den Fortschritt, sondern legt die Versuchung und die Gefahr nahe, eher einen beschleunigten Rückwärtsgang einzulegen. Das betrifft den klassischen Schulmediziner, der beispielsweise die Homöopathie oder Akupunktur, uralte Heilmethoden, mißtrauisch beäugt, ebenso wie den Techniker, der nicht über den Schatten seiner Wahrscheinlichkeitsprinzipien springen kann; den Biologen, der das missing link tabuisiert oder nach eigenem Gutdünken füllt, ebenso wie den Lehrer, der keinen Deut von seinen geheiligten Richtlinien abweicht - so er sie denn kennt! Überhaupt, der Lehrer! Nur nichts riskieren, das nicht den Paragraphen entspricht! Hier ist es noch lebendig, das preußische Beamtentum!
Wenn Heinrich Mann zu Beginn des Jahrhunderts eine bissige Gesellschaftssatire mit der Karikatur des "Professor Unrat" im Zentrum verfaßte, so muß ich mich heute erschreckt fragen: "Was eigentlich ist so satirisch an diesem Roman? Ist das Bild des Lehrers tatsächlich so karikiert überzeichnet?"
Ich finde eher die heutige Realitätsnähe jenes damals so schockierenden Werkes beängstigend! Weltberühmte Philosophen und Soziologen wie Theodor Adorno, Ernst Bloch und Herbert Marcuse haben sich mit der Lehrerrolle auseinandergesetzt, keine Zeit, hier genüßlich darauf einzugehen!
"Unter den Talaren der Muff von 1000 Jahren!" sagte die 68er- Generation!
Wer nun meint, es sei ungeheuerlich, wenn ich in der Öffentlichkeit, hier und heute, das eigene Nest beschmutze, dem sei folgendes erwidert: Ich lebe in und mit diesem System und erachte es als mein gutes Recht, wenn nicht gar als meine Pflicht, Zwänge, Fesseln zu kritisieren, wo ich diese zu erkennen glaube.
Seit über 20 Jahren klagen Hochschulprofessoren über den Leistungsnotstand an deutschen Gymnasien; der Sprung "vom Abi zur Uni" wird immer größer.
Ich lege großen Wert auf die Kenntnisnahme Ihrerseits zweier Zitate aus der WAZ, der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, vom 28.02.98. Laut NRW-Schulministerin Behler hinken die deutschen Gymnasien hinterher "im internationalen Vergleich. Es ist wichtig, einen sehr viel offeneren Unterricht zu etablieren. Das Problembewußtsein der Schüler zu schärfen ist wichtiger als nur zu üben oder gar zu drillen"[3].
In derselben Ausgabe der WAZ plädiert Ex-Bundespräsident Herzog "für dringende Bildungsreformen, für Mut zu Experimenten, für eine Reform der deutschen Lehrerausbildung hin zu mehr Praxisorientierung! "[4].
Und wer jetzt immer noch behauptet, ich sei ketzerisch, wenn ich zumindest das unflexible gymnasiale Schulsystem kritisch hinterfrage, der schläft oder hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden oder lügt sich selbst etwas vor.
Meine angeblich ständig bösen Äußerungen zum Schulsystem finden ihre beste Bestätigung in der Aussage des entsprechenden höchsten deutschen Gremiums, der KMK, der Kultusministerkonferenz der Länder, die im Februar 1997 bitter klagend forderte: "Die deutsche Schulbildung muß endlich den veränderten Bedürfnissen der Gesellschaft Rechnung tragen!"[5]
Sicherlich dachte die KMK da vorrangig an die Prä-Astronautik. Das zum Thema Vorgestrigkeit im Bildungssystem....
Was ich an Hand solcher Ausführungen transparent zu machen bestrebt bin, ist die gewaltige Schwierigkeit, wenn nicht gar Unfähigkeit verschiedener Berufe, sich den Fragen ehrlich, ganz aufrichtig zu stellen, wobei die Institution Schule immerhin die Bildungswurzel und Grundlage darstellt: Ist die von mir vertretene Lehre auf dem neuesten Stand? Sollte ich nicht meinen eigenen Standpunkt auf mögliche Aktualisierung hin ständig überprüfen? Kann es zum selben Lehr- oder Wissenschaftsbereich noch andere plausible, durchaus schlüssige Interpretationen geben? Kurz: Warum kranken wir an diesem unausrottbaren Unfehlbarkeitsanspruch? Es muß die Angst vor Neuem sein!
Wenn es schon als nahezu revolutionär erachtet wird, wenn deutsche Lese- und Sprachbücher für die Sekundarstufe I - also 11 – 15jährige- den "Vati in der Familie" als Geschirr Abwaschenden oder gar - noch bahnbrechender - als Windeln Wechselnden darstellen, dann werden Sie hier in Gelsenkirchen hoffentlich in etwa ermessen können, was es erfordert, an einem deutschen, eher konservativen, Durchschnittsgymnasium für ein offenes Weltbild, wozu meines Erachtens auch die Prä-Astronautik zählt, zu werben.
Wir alle sind, wie es die amerikanische Rockband "Kansas" in einer ihrer schönsten Balladen so treffend beschreibt, nichts als "Dust in the Wind". Nur können und wollen gerade das so viele nicht begreifen, sehen ihren mikrokosmischen Beruf und die mit ihm einhergehenden Handlungsstrategien und Denkkategorien als "Stein des Weisen" an. Bei allen Göttern Erich von Dänikens!
Für wie wichtig nehmen sich viele dieser Erdlinge?!
Zu dieser Spezies, die einen hohen Schutzwall um sich baut, gehören auch Vertreter einer Wissenschaft, die wie kaum eine andere gar nicht so schnell reagieren kann, wie ihre Theorien und Lehren ständig über den Haufen geworfen werden müssen: Die von uns allen so innig geliebte klassische Archäologie, der ich aufgrund vieler Erfahrungen - bei aller Anerkennung ihrer grandiosen Leistungen - immer kritischer gegenüberstehe.
Ich beschäftige mich mit ihr seit knapp über 40 Jahren - laienhaft -, nehme aber trotz des Laienhaften die Behauptung in Anspruch, vertiefte Kenntnisse vielfacher Art zu besitzen.
Man muß nicht erst Michael Cremo und sein Meisterwerk "Verbotene Archäologie" bemühen.
1990 entdeckten deutsche Archäologen - übrigens nach nur 120 Jahren -, daß Troja viel größer sei als ursprünglich angenommen. 1992 mußten diese Schätzungen der Größe erneut revidiert werden. Seit Mitte der 90er Jahre jagt eine Troja-These die andere: Troja existierte - so heißt es - bereits sechstausend Jahre vor unserer Zeitrechnung, wie Knochenfunde eindeutig zu belegen scheinen. Insgesamt habe es 46 (sechsundvierzig) Trojas gegeben, die allesamt gewaltsam untergegangen seien. Und die sensationellste Kunde: Troja habe niemals zum griechischen Kolonisationsraum gehört, sondern sei immer Teil eines eigenständigen anatolischen Kulturkreises gewesen. Eine gesicherte archäologische Erkenntnis jagt die andere.
Von der Evolution über Henoch, Sintflut, Gilgamesch, Stonehenge, Carnac, Goldenes Vließ, Bundeslade, Echzekiel, Cheops, Nazca, Palenque, Jesus Christus bis zu König Artus und Heiligem Gral taumeln wir in einem alptraumhaften Slalom durch sogenannte gesicherte Erkenntnisse, die sich indes - mit offenem Verstand betrachtet - mehr und mehr als historische Fragezeichen entlarven. Neunmalkluge wissenschaftliche Werke und besonders die unfehlbaren Schul-Geschichtsbücher bieten Mesopotamien, Zentralchina, Zentralafrika als Wiege der Menschheit an. Andere favorisieren Südamerika, Java oder einen versunkenen Kontinent. Es ist zum Haareraufen! Ich frage Sie: Muß die Wiege der Menschheit unbedingt auf unserem Planeten sein?
Fragen über Fragen, Zweifel über Zweifel! Wir werden eingelullt von der auf Bequemlichkeit ausgerichteten Schulwissenschaft, aber – dies ist ein Vorwurf an uns alle - wir lassen uns auch gern einlullen!
Doch ich möchte hier nicht den Eindruck einseitiger Schuldzuweisungen gegenüber der Wissenschaft machen: Wir alle, wir Menschen, sind schon eine merkwürdige Spezies, pflanzen uns fort, um uns später abzuschlachten, glauben, alles zu wissen, und sind doch Ignoranten, formulieren höchste hehre Ziele von Ethik und Moral und sind doch so heuchlerisch und unmoralisch: Wir schrauben die Rüstungsspirale in schwindelerregende Höhen und lassen gleichzeitig Millionen von Menschen verhungern, indem wir, selbst in Luxus ertrinkend, die Dritte Welt nicht unterstützen, sondern kontrollieren. Dafür gibt’s aber allweihnachtlich ein wenig "Brot für die Welt"!
Machtstrukturen, Abwehrmechanismen, Ängste
Lassen Sie mich kurz zu dem zuvor erwähnten Schulmediziner zurückkehren. Der bahnbrechende Wegbereiter der neuzeitlichen, eigentlichen Homöopathie, Dr. Hahnemann, wurde von seinen konservativen Kollegen so traktiert, so maltraitiert, durch Rufmord so ins Abseits gestellt, daß er vorerst seinen Beruf aufgab - bezeichnenderweise im Jahrhundert der sogenannten Aufklärung. Durch seine alte – neue – medizinische Sichtweise "stellte er eine ernsthafte Bedrohung für die etablierte Medizin dar. (...) Er scheute sich nicht, allgemein akzeptierte Wahrheiten in Frage zu stellen und nach eigenen Erklärungen zu suchen"[6]. Nicht wahr, das kennen wir doch irgendwoher.
Der Großstadt- und Provinzjournalismus geht manchmal ähnliche Wege; schier endlos ist die Kette der Angriffe gegen Prä-Astronautik im allgemeinen, gegen von Däniken im besonderen. Über plakative Diffamierungen reicht der begrenzte Horizont häufig nicht hinaus. So schrieb eine mir bekannte Lokalzeitung (nicht aus Gelsenkirchen) anläßlich des gefundenen Marsgesteins: "Hurra, wir sind nicht allein!"[7], um hernach alle Menschen, die an außerirdisches Leben irgendwelcher Form glauben, in fürchterlich kindlicher, peinlich-plumper Manier durch den Kakao zu ziehen.
Glücklicherweise sind solche Artikel so dümmlich-dreist, daß sie allenfalls Bumerang-Effekt haben. Je nach Glaube, Ideologie werden die Medien bewusst manipuliert und bewusst manipulieren sie uns!
Warum lässt das Grundmotiv der Angst vor Neuem nicht allmählich nach?! - Die Epoche der vermeintlichen Aufklärung hat uns trotz Immanuel Kant mit seiner ebenso simplen wie revolutionären Maxime: "Habe den Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" keinen Schub nach vorn gegeben.
Wir, die wir uns anmaßen, die sogenannte "Alte Welt" die kulturelle Schatztruhe des Abendlandes zu nennen, aber älteste, im Einklang mit der Natur lebende Völker als Primitive und Entwicklungskulturen bezeichnen, scheinen auf vielen Gebieten eher zu degenerieren, als den Vorwärtsgang einzuschalten.
Unsere reziproke Weiterentwicklung wird, so meine kühne Prognose, unsere Ururenkel wieder zu Amphibien werden und zurück ins Wasser gehen lassen, wenn dieser mentale Jahrhunderte währende Dämmerzustand, wenn diese geistige Bewegungsarmut nicht abrupt beendet wird! Sie alle hier können dazu beitragen, daß die Menschheit, zumindest was die Polarität Schulwissenschaft – Paläo-SETI betrifft, endlich ihren Tiefschlaf beendet!!
In diesem Zusammenhang möchte ich nach Mannheim 1996 und Orlando 1997 noch einmal an jenen liebenswerten Herrn erinnern, dessen Leistungen um die Fortschritte in der Ägyptologie einerseits unbestritten sind; andererseits haben wir ihn alle in unser Herz geschlossen, weil uns seine einfühlsamen ägyptologischen "Fantasy-Stories" immer wieder begeistern.
Sie wissen, wen ich meine: Es ist der Herr, der mit seinem unnachahmlichen Humor Erich von Däniken als Schreibtischpyramidologen abqualifiziert, die ominösen Tormarkierungen am Ende des Gantenbrink-Schachtes dank seiner Kult- und Seelenwanderungsbesessenheit als Machtsymbole des Pharaos deklariert, ja selbst für noch nicht gemachte Entdeckungen (z.B. was ist hinter dem Schacht?! ) schon Erklärungen parat hat. Kurz - unser ägyptologischer Schnellschuss–John Wayne, Prof. Stadelmann, dieser archäologische Magier mit dem Unfehlbarkeitsanspruch, dessen Ausflüge in die Welt der Phantasie mich einst zu der Äußerung hinreißen ließen: "Wenn Prof. Stadelmanns mitunter etwas eigenwillige Interpretationen alle richtig sind, dann sind für mich die angeblichen Kohlehalden in unserem schönen Ruhrgebiet die Überreste von Atlantis!" Ja, selbst Lotusblüte und altägyptischer Sonnenschirm müssen als Interpretationen für die Markierungen am Ende jenes Gantenbrink-Schachtes herhalten. Verzeihung, Herr Prof. Stadelmann:
Für wie dumm, für wie einfältig und borniert halten Sie eigentlich einen kritischen Teil der Menschheit?
Mißgunst und Irrtümer, die allein aus Angst und Unvorstellbarkeit vor Neuem entstanden - sie pflastern den Weg der gesamten Menschheitsgeschichte! Siehe Dr. Hahnemann, siehe Heinrich Schliemann, siehe überhaupt all die gegen den Strom Schwimmenden, die "Ketzer" tituliert werden. Siehe die gesicherte medizinische Erkenntnis, daß es Unsinn sei, ein Gefährt zu konstruieren, dessen Geschwindigkeit 40km/h überschreitet; bei dem "speed" würde den Menschen die Lungen zerrissen werden. Dennoch wurde die erste Eisenbahn gebaut - und manche fahren heute gar schneller als 40 km/h....
Vier Liverpooler Sängerknaben erheischten Ende 1961 einen Plattenvertrag. Dick Rowe, damaliger Londoner Geschäftsführer der Megafirma "Decca", lehnte ignorant und arrogant ab: "Eure Musik mit Gitarre und Gesang hat keine Zukunft!" Ein Jahr später entstand durch diese vier Knaben, the Fab Four, die größte Kreativitätsexplosion der Musikgeschichte; Dick Rowe wurde die unrühmliche Ehre zuteil, den größten Medienirrtum des Jahrhunderts verursacht zu haben.
Es muß endlich Schluß sein mit der Angst vor Neuem; der Mut zu Neuem sollte endlich dominieren! Die Gesellschaft läßt Neues, so auch die Prä-Astronautik, nicht oder nur bedingt zu, weil sie nicht gelernt hat – woher? von wem auch? -, neben dem Intellekt noch etwas anderes einzusetzen: den gesunden Menschenverstand!
Die "scientific community" in ihrer schon fast faszinierenden Beschränktheit klammert sich verzweifelt an letzte bestehende Tabus. Ich fordere von den Wissenschaften nicht mehr als das, was sie fordern: Toleranz gegenüber Andersdenkenden! Toleranz und nochmals Toleranz! Mehr nicht!
Nie würde mir einfallen, jemandem meine Meinung zu oktroyieren. Aber genau das tun manche Wissenschaften, die ihre Ansicht, ihre Theorie, ihre Lehre als alleingültig deklarieren. Und das ist - ich wiederhole mich - zementierter Dogmatismus des tiefsten Mittelalters!!
Eigene Unsicherheit, Konkurrenz, Neid, Verletzlichkeit versperren die Möglichkeit des Weitwinkelobjektivs. Einige Wissenschaften und ihre Repräsentanten hüten ihren elitären Schmalspur-Bereich wie den eigenen Augapfel. Ausnahmen bestätigen erneut die Regel!
Einige etablierte Schulwissenschaften, von dem Wissenschaftsphilosophen Dr. Friedrich so treffend als Neo-Scholastik ckarakterisiert, rebellieren bei dem Wort "Vernetzung", "Netzwerk". Dabei sind sie doch eigentlich recht gut "vernetzt", in ihrem eigenen Netz so gefangen, so verstrickt, daß sie nur das Gestrüpp ihrer eigenen Theorien sehen und vor lauter Dickicht die befreiende Lichtung wahrer Innovation nicht erkennen können!
Warum bringt mich just dieser Gedanke zurück zum Beruf des Lehrers?
Lassen Sie mich abschließend in wahrheitsgetreuer Sachlichkeit Ängste und Abwehrmechanismen schildern, wie sie sich vor zwei Jahren an einem Ruhrgebietsgymnasium offenbarten.
Es begab sich zu einer Zeit, als die Schulleiterin frohlockend Kunde einer geplanten Projektwoche gab.
Wie üblich zu einer Projektwoche machten Lehrer und Schüler unterschiedlichste Themenvorschläge von Spiel und Sport und Tanz über Basteln, Arbeiten am Computer, Umweltschutz bis hin zur Verschönerung des Schulgeländes.
Ich wollte ein Vierteljahrhundert "Ancient Astronaut Society" würdigen und bot an die "Einführung in die Prä-Astronautik – die unsere Menschheitsgeschichte einmal ganz anders betrachtet." Die hinreichend zitierte Angst vor Neuem zeitigte einen Hagel von Protesten seitens der sogenannten Kollegen.
Lehrer warnten die Schulleitung vor diesem dubios-nebulösen Projekt, zumal es ja eindeutig in Richtung Sektentum weise. Deutlicher hätte ich die Ignoranz mancher Kollegen nicht darlegen können!
Es folgten die üblichen Spitzen und Vorverurteilungen, wie ich sie über Jahre aus entsprechenden Unterrichtsreihen kenne: "Kaschels Märchenstunden. "Sollen wir den Schulhof für Ihr UFO freihalten?" "Hier versucht eine Person im Staatsdienst, eine neue Religion unter dem Deckmantel der Archäologie einzuführen!" "Der Rattenfänger von Hameln ist auferstanden!" "Sie versuchen ahnungslose Schüler von Ihrem eigenen obskuren Weltbild zu überzeugen."
Alternativ zu meinem Projekt gab es drei sogenannte Contra– Projekte mit dem offenkundig alleinigen Ziel, von meinem Projekt abzuwerben. Für zwei fanden sich überhaupt keine Interessenten. Beim dritten Projekt "Archäologie und Mittelalter" sah man später sechs Schüler mit kindlicher Einfalt und Geduld Holzschwerter basteln, deren Qualität zu beurteilen mir nicht zusteht.
Die durchschnittliche Mitgliederzahl der unterschiedlichsten Projekte lag bei 15. Indessen: Die "Einführung in die Prä-Astronautik" verfolgten Tag für Tag 52 (zweiundfünfzig) Teilnehmer, darunter auch einige Eltern.
Lernwillig, ja begierig sogen die Interessierten vieler Jahrgangsstufen all das auf, was ihnen im normalen Unterricht vorenthalten bleiben mußte, da es ja wissenschaftlicher Unsinn sei.
Der stets starke, die Konventionen schützende Wall um die Schule konnte der Flut der Neugier, der Offenheit für Neues nicht mehr Einhalt gebieten. Diese sich über dem Gymnasium ergießende Flut verursachte zeitgleich die Gründung der ersten Präastronautikarbeitsgemeinschaft an einem deutschen Gymnasium, deren Mitglieder ich hier spät, aber herzlich begrüße!
Von dieser Stelle gilt mein besonderer Dank zwei Personen: Zum einen meiner weltoffenen Schulleiterin, Frau Oberstudiendirektorin Gutjahr, die mich ständig unterstützt hat. Zum anderen einem Schriftsteller, der sich während der Projektwoche in die Höhle des Löwen, eben meine Schule, wagte und dort mit seinem zweistündigen aufsehenerregenden Vortrag ein intellektuelles Erdbeben auslöste. Er ist der erste Prä-Astronautik-Forscher, der je in einem deutschen Gymnasium einen Vortrag hielt und – das sei zu unserer aller Freude hinzugefügt – diesen seinen Vortrag offenkundig sogar überlebte! Ich danke nochmals ganz herzlich Hartwig Hausdorf!
Verehrte, liebe Gäste! Lassen Sie uns gemeinsam weiterkämpfen für eine weltoffene Zukunft, nicht in einigen Jahren, nicht bald, sondern ab jetzt! Vielleicht werden dann künftige Generationen sagen können:
"Mit der Jahrtausendwende war das Mittelalter endlich tatsächlich überwunden!"
Ich danke Herrn Dr. Gene Phillips für die bahnbrechende Idee der Gründung der "Ancient Astronaut Society." Mein Schlussgedanke jedoch gilt direkt und persönlich Erich von Däniken, der in diesen Jahren seinen Lebenstraum Wirklichkeit werden lässt: "Mysteries of the world."
Lieber Erich, wann und wo immer ich kann, werde ich dich und dein Lebenswerk weiter unterstützen. Das tue ich nicht aus unkritischer, blinder Nibelungen-Treue, das tue ich nicht aus Loyalität, das tue ich nicht aus Dankbarkeit (es dürfte allgemein bekannt sein, daß Erich von Däniken und Ueli Dopatka so verrückt waren, eine Prä-Astronautik-Projekt-Klasse und mich 1993 für eine Woche nach Solothurn in die Schweiz einzuladen – von der Woche werden die Ex-Schülerinnen und -Schüler noch ihren Kindern und Kindeskindern erzählen) –, nein, ich unterstütze dein Tun, weil ich glaube: Du bist auf der richtigen Spur: Gradlinig, aber kompromißbereit, abwägend, aber kämpferisch, in jedem Falle unerschrocken!
Dir, lieber Erich, wünsche ich weiterhin alle nur erdenkliche Schaffenskraft – und verschiedenen Wissenschaftlern wünsche ich, daß sie einen, nur einen einzigen Satz endlich kapieren und beherzigen, den des 1996 verstorbenen begnadeten Autors, Astronomen und Philosophen Carl Sagan. Er sagt: "Die Wissenschaft muß jederzeit bereit sein, das zu revidieren, was in der Vergangenheit als absolutes Evangelium angesehen wurde."[8]
Und wenn die "scientific cummunity" noch immer nicht begriffen hat, was seit Jahren um sie herum geschieht, dann prophezeie ich ihr hiermit in Bälde eine nicht endende Kettenreaktion von Adrenalin-Ausstößen. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und Geduld, wünsche Ihnen eine interessante, sicherlich unvergessene Weltkonferenz, wünsche, daß Sie alle nach dieser Konferenz als Multiplikatoren wirken mögen, und bitte Sie nochmals: Reißen Sie die Menschheit aus ihrem traumatischen Tiefschlaf, denn - ob wir sie früher oder später erkennen - "Die Wahrheit ist irgendwo da draußen!"
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