Die Vertreter der Paläo-SETI-Hypothese:
Ein Interview mit Lars A. Fischinger
von Nicolas Benzin
Die Fragen beruhen auf einem von mir im Rahmen meiner Studie über die Entwicklung des Weltbildes von Vertreterinnen und Vertretern der Paläo-SETI-Hypothese (1995/1996) erstellten Fragebogen. Die bisher unveröffentlichten Antworten teilte mir Lars A. Fischinger am 21.08.95 in einem Brief mit.
NB: Nennen Sie uns Ihr Alter.
LAF: Ich bin 21 Jahre alt .
NB: Verraten Sie uns etwas über Ihren Schulabschluß und den beruflichen Werdegang?
LAF: Hauptschule, gelernter Energieelektroniker mit Fachrichtung Anlagentechnik. Derzeit arbeitslos, da im Oktober zur Bundeswehr einberufen.
NB: Wie wurden Sie auf die Paläo-SETI-Hypothese (PSH) aufmerksam? Standen Sie dem zunächst kritisch gegenüber oder fanden Sie dies sofort überzeugend bzw. stehen Sie den Aussagen der Prä-Astronautik (PA) noch heute kritisch gegenüber?
LAF: Aufmerksam wurde ich auf die Paläo-SETI-Hypothese durch die Filme "Erinnerungen an die Zukunft" und "Botschaft der Götter" von Erich von Däniken, die vor ca. fünf, sechs Jahren im Fernsehen (Pro 7) liefen. Da ich schon seit meinen Kindertagen an Geschichte interessiert bin, waren diese Filme für mich ungeheuer "spannend" und "erschreckend" zugleich. So bestellte ich Bücher von von Däniken, um mich mit der Thematik näher zu befassen. Auch wollte ich so mehr Hintergrundwissen erlangen, um so zu prüfen, ob die PSH vertretbar ist.
NB: Inwieweit hat sich ihr Weltbild unter dem Einfluß der PSH verändert?
LAF: Mein Weltbild hat sich in sofern geändert, als daß ich für viele Fragen der Erdgeschichte und der untergegangenen Völker überraschende, wie überzeugende Antworten erhalte!
NB: Welcher Religionsgemeinschaft gehören oder gehörten Sie an? Hat sich die Beziehung zu dieser Gemeinschaft durch die PSH verändert?
LAF: Der katholischen Kirche. Geändert hat sich durch die PSH an meinem Verhältnis zu meiner Religionsgemeinschaft nichts, da ich schon vorher das Christentum nicht als "die einzig wahre Lehre" akzeptiert habe.
NB: Hat sich Ihre Weltanschauung im Laufe der Beschäftigung mit der PSH weiter gewandelt - wenn ja, durch welchen Autor? Sehen Sie die PSH selbst heute noch genauso wie am Anfang Ihrer Beschäftigung damit?
LAF: Im Laufe meiner Auseinandersetzung mit der PSH kam ich zu dem Schluß, daß diese These mit mehr als genügend Indizien-Beweisen untermauert werden kann. Vor allem die Bücher von von Däniken (aber auch von Zecharia Sitchin) waren dabei für mich wertvolle Quellen. Inzwischen habe ich praktisch alle erhältlichen (deutschsprachigen) Bücher zur PSH in meinem Archiv. Auch lese ich andere Literatur zu Themen der Archäologie oder Mythologie.
NB: Hatten Sie durch die PSH Probleme mit Verwandten, Freunden, Schule, Arbeitsplatz? Fühlten Sie sich unverstanden?
LAF: Probleme gab es in meinem Bekanntenkreis oder an meinem Arbeitsplatz kaum. Zwar wichen viele meiner Freunde oder Verwandten tiefergehenden Gesprächen aus, aber die Faszination an dieser Thematik teilen auch sie bis zu einem gewissen Grad.
NB: Glauben Sie durch die Beschäftigung mit der PSH mehr zu wissen als andere Menschen? Fühlen Sie sich unseren Wissenschaftlern überlegen?
LAF: Durch meine intensive Beschäftigung mit der PSH meine ich, in geschichtlichen und mythologischen Fragen mehr zu wissen als die Menschen in meinem Umfeld. Dieser Meinung bin ich auch deshalb, da sich kein Freund oder Verwandter mit der PSH beschäftigt. Auch werde ich bei verschiedenen Gelegenheiten wegen meines (PSH-)Wissens gelobt.
NB: Nennen Sie zehn PSH-Autoren in der Reihenfolge in der für Sie relevanten Bekanntheitsabfolge.
LAF: Zecharia Sitchin, Erich von Däniken, Johannes von Buttlar, Hartwig Hausdorf, Walter-Jörg Langbein, Peter Fiebag, Peter Krassa, Luc Bürgin, Josef F. Blumrich, Andreas von Rétyi.
NB: Ist für Sie die PSH oder die Beschäftigung damit eine Wissenschaft, eine Forschung am Rande der Wissenschaft, ein Bereich der Esoterik, eine Ersatzreligion?
LAF: Die Beschäftigung mit der PSH ist meiner Meinung nach eine Wissenschaft.
NB: Wie stellen Sie sich die Zukunft der Paläo-SETI-Forschung vor?
LAF: Die PSH - somit auch die Entdeckungen auf diesem Gebiet - sollte unbedingt stärker im Fernsehen vertreten werden! Aber auch Radiosender könnten sich dieser Thematik annehmen. Ein fernes Ziel wäre für mich die Zulassung der Paläo-SETI-Forschung als Lehrfach an Universitäten und Hochschulen.
NB: Interessieren Sie sich auch für die UFO-Forschung? Ist die PSF für Sie ein Teil der UFO-Forschung oder eher ein selbständiger Forschungszweig? Beschäftigen Sie sich auch mit esoterischen Themen und alternativem Bewußtsein?
LAF: Mit Esoterik beschäftige ich mich nicht! Das UFO-Phänomen ist für mich die logische Weiterführung der PSH. Persönlich beschäftige ich mich kaum mit dem UFO-Phänomen, lese nur dann und wann Bücher darüber.
NB: Welchen Vereinen und Organisationen zu dieser Thematik gehören Sie an? Welche Zeitschriften haben Sie abonniert?
LAF: Ich bin seit März 1991 Mitglied der AAS, erhalte also regelmäßig die Ancient Skies. Abonniert habe ich die Zeitschriften "UFO-Report" und "New Scientific Times" (früher "Discover"). Außerdem kaufe ich regelmäßig das "Magazin 2000", den "Star Observer" und fortan das neu erscheinende Magazin "Jenseits des Irdischen".
NB: Sind Sie auf diesem Gebiet selbst als Autor tätig oder würden es gerne sein?
LAF: Zu PSH-Themen schreibe ich seit gut einem Jahr Artikel für die "New Scientific Times". Inzwischen bin ich dort als freier Mitarbeiter tätig. Auch habe ich zur PSH ein Manuskript (ca. 390 Computer-Textseiten lang) geschrieben, wobei ich allerdings noch keinen Verlag finde!
Anm. der Redaktion: Lars A. Fischinger ist inzwischen erfolgreicher Autor mehrerer Bücher zur Paläo-SETI-Forschung und Sekten-Problematik.
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